TechnischerPunkt

410 Gone

Der Jitsi Server vom Technischen Punkt ist abgeschaltet. Als wir im Frühjahr 2020 angefangen haben, gab es einen großen Bedarf nach sicheren Videokonferenzplattformen für die Bewegung und wenig Anbieter. Mittlerweile gibt es eine vielzahl an coolen Leuten, die Jitsi Server auf hohem Niveau betreiben. Daher haben wir uns entschieden Zeit und Kosten zu sparen und von nun an auf den Server von unseren Freund:innen von Systemli zu verweisen.

Systemli Meet

Diese Webseite bleibt als Dokumentation erhalten.

About

Sicherheit

Die Verbindung von eurem Computer bis zum Server ist verschlüsselt. Jitsi ist allerdings nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt. Leider gibt es derzeit keine Open Source Videochat­lösung, die mit vielen Menschen funktioniert und Ende-zu-Ende verschlüsselt ist. Das heißt ihr müsst uns, als Betreiber des Servers, vertrauen, dass wir zum einen den Server sicher eingerichtet haben und aktuell halten, damit Angreifer*innen von außen keinen Zugriff erlangen (ein sog. „aktiver Angriff“) und zum anderen, dass wir selber nicht eure Unterhaltungen abhören.

Privatssphäre

Wir speichern keinerlei persönliche Daten von dir. Keine personenbezogenen Logs, keine IP-Adressen, kein Analytics, kein Facebook-Pixel, keine Datenbank – Nix.

Jedes Gerät das Jitsi benutzt, speichert lokal auf dem Gerät selbst ein Cookie mit den vorgenommenen Einstellungen – wie Nickname, Liste der letzten beigetretenen Räume, Mikrofonstatus beim Start, usw..

Kosten

Die Nutzung vom Technischen Punkt ist kostenlos. Oft zahlst du bei kostenlosen Angeboten mit deinen Daten, das ist hier nicht der Fall (siehe Privatssphäre). Wir bringen die ~40 EUR pro Monat für das Betreiben der Server & Domain einfach selber auf. Wenn wir uns das nicht mehr leisten können, starten wir eine Spendenrunde oder sowas in der Art :)

how to videokonferenz

Endgeräte: App oder Browser

Normalerweise empfehlen wir immer Firefox als Browser, welcher deine Privatsphäre (mit einigen Einstellungen) weitestgehend respektiert. Leider funktionieren Videokonferenzen mit Jitsi aktuell aber am besten mit Chromium basierten Browsern. Sobald ein*e Teilnehmer*in mit einem anderen Browser (wie Firefox oder Safari) an der Konferenz teilnimmt, wird die Qualität, insbesondere in großen Konferenzen, für alle anderen schlechter. Außerdem funktionieren aktuell experimentelle Features, wie Ende-zu-Ende Verschlüsselung nur in Chromium. Das Firefox Team arbeitet aber kontinuierlich daran, Jitsi (bzw. WebRTC, die darunter liegende Technologie) Support zu verbessern und hat in 2020 bereits viele Fortschritte gemacht.

Falls du nicht eh schon Chrome, Chromium oder Edge benutzt, empfehlen wir die Verwendung unserer App.

Rechenleistung

Videotelefonie verlangt deinem Rechner einiges ab. Schließe am besten alle anderen Programme außer den Browser und habe – je nachdem wie schnell dein Computer ist – nicht zu viele Tabs gleichzeitig offen. Die Verwendung von einem eigenen Browser für Jitsi empfiehlt sich (siehe Browser).

Gutes Internet / Wlan

Eine gute Internetverbindung erleichtert eine Videokonferenz immens. Oft liegt die schlechte Verbindung eher an dem schlechten WLAN-Signal in eurem Haus, als an der Internetleitung selbst. Setzt euch daher am besten nicht zu weit von eurem WLAN-Router entfernt hin.

Headset

Das Mikrofon in deinem Computer hat meist eine sehr schlechte Qualität. Um die Sprachqualität zu verbessern, lohnt es sich daher ein Headset zu verwenden. Auch wird so Echo vermieden, also der Effekt, dass alle sich doppelt hören, wenn du nicht stumm geschaltet bist.

Medienwechsel

Der Klassiker aus der Schule gilt auch für die Videokonferenz. Ab und zu ein Medienwechsel! Die Gruppe kann sich aufteilen und per Telefon (wahlweise über Signal) bei einem Spaziergang ein Thema besprechen, zum Beispiel für eine ausgedehnte Murmelrunde. Auch Kleingruppen wären über die Jitsi Smartphone App möglich. So wird ein ewig langes Plenum zum Spaziergang.

Energizer

Ja, Energizer (auch Warm Ups genannt) funktionieren auch online! :) Gemeinsam eine Rakete starten, sich virtuelle Bälle zuwerfen, Assoziationsketten bilden, GIF oder Emoji Challenge, Pantomime oder zusammen rum hüpfen – sei kreativ! Weitere Inspiration gibt es zum Beispiel bei 350.org oder Session Lab.

Kleingruppen

Um während eines Plenums in Kleingruppen wechseln zu können, empfiehlt es sich, vorab mehrere Räume zusätzlich zum „Großplenums-Raum“ zu erstellen und diese im Protokoll festzuhalten. Teilnehmer*innen können sich dann bei Bedarf live im Protokoll einem Raum zuordnen.

Protokoll

Wie bei jeder Telefon­konferenz empfiehlt es sich, nebenbei ein Protokoll über ein geteiltes Dokument zu führen. Klassischerweise wird dafür ein Etherpad verwendet, welches von vielen Tech Kollektiven angeboten wird (z.B. Systemli und Disroot). Wer sowieso Nextcloud verwendet, kann stattdessen auch Nextcloud Text verwenden. Bitte beachtet, dass auch Pads nicht vor einem aktiven Angriff geschützt sind, da Pads ebenfalls nicht Ende-zu-Ende Verschlüsselung sind.

Stumm schalten

In großen Gruppen empfiehlt es sich, das eigene Mikro stumm zu schalten (engl: „muten“), wenn du nicht selber sprichst. In kleineren Gruppen und wenn die Tonqualität es zulässt, kann es aber auch angenehmer sein, dass Mikro nicht auszuschalten. Dann hat die sprechende Person weniger das Gefühl, gegen eine Wand zu reden.

Stumm Schalten

Stumm schalten kannst du dich entweder durch Klicken auf das kleine Mikrofon Symbol am unteren Bildschirmrand oder über die M-Taste.

Alternativen

Warum nicht Zoom?

Zoom funktioniert mit großen Gruppen derzeit am stabilsten. Daher ist die Verlockung groß, den kommerziellen Anbieter zu verwenden. Zoom ist ein US-Amerikanisches Unternehmen. Der Quellcode ist proprietär, das heißt nicht öffentlich überprüfbar. Auch ist Zoom das Gegenteil von Datensparsam. Unter anderem wird eure IP-Adresse gespeichert, was ungefähr damit zu vergleichen ist, die Teilnehmer*innenliste eures Plenums einem Privatunternehmen zur Verfügung zu stellen. IP-Adressen dürfen von den Behörden in Deutschland ohne richterliche Anordnung eurem Namen zugeordnet werden (die sog. Bestandsdatenauskunft). Die Zoom iOS App sendet offenbar Tracking Daten an Facebook. Außerdem hatte Zoom in der Vergangenheit mehrere drastische Sicherheitslücken, die unter anderem das unaufgeforderte Anschalten der Webcam ermöglicht haben. Das Unternehmen ist laut dem Entdecker dieser Sicherheitslücke unverantwortlich umgegangen. Aktuell führt das sogenannte "Zoom Bombing" dazu, dass Trolle Videokonferenzen crashen. Im Gegensatz zu der Behauptung von Zoom, sind Konferenzen nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt. Mehr Informationen gibt es in der englischen Wikipedia.

Insgesamt scheint Privatsphäre bei Zoom nicht an erster Stelle zu stehen. Daher raten wir von der Nutzung von Zoom für Plena oder Politkonferenzen ab.


Hier eine Sammlung an Artikeln:

BigBlueButton

BigBlueButton ist eine Open Source Videokonferenz­software, welche ursprünglich für E-Learning entwickelt wurde. In Tests mit über 40 Leuten hat es bisher einen ganz guten Eindruck gemacht.

Es gibt verschiedene Projekte, die BigBlueButton Instanzen anbieten, zum Beispiel von living utopia, Sixtopia oder Open Infrastructure. Bei living utopia kannst du direkt loslegen, bei allen anderen Anbietern musst du vorher per Mail nach einem Account fragen.

Nextcloud Talk

Nextcloud Talk ist eine App im Nextcloud Ökosystem. Normalerweise ist die Verbindung Peer-to-Peer und funktioniert daher je nach Internet nur mit bis zu vier Leuten gut, hat dafür aber Ende-zu-Ende Verschlüsselung. Nextcloud wird von verschiedenen linken Tech Kollektiven betrieben, wie z.B. Systemli oder dem niederländischen Disroot. Nur eine Person muss einen Account haben, alle anderen können über einen öffentlichen Link eingeladen werden.

Signal

Für 1 zu 1 Videoanrufe ist Signal eine gute Alternative. Die Verbindung ist verschlüsselt, allerdings ist jedes Signalkonto zwangsweise mit der eigenen Telefonnummer verknüpft und die Metadaten werden zentral über den Server von Signal geleitet. Das heißt Signal kann feststellen, wer wen anruft oder schreibt, aber nicht was gesagt oder geschrieben wird.

Mumble

Mumble kann zwar nur Audio, funktioniert dafür aber auch zuverlässlich mit über 100 Leuten. Als Backup für große Gruppen eine gute Alternative. Änhlich zu Jitsi ist Mumble nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt, weshalb man dem Server vertrauen muss. Systemli betreibt beispielsweise eine Instanz.

Andere Jitsi Server

Durch Corona ist der Bedarf an Videokonferenz­lösungen rapide gestiegen. Das Angebot zum Glück auch. Wie im Punkt Sicherheit beschrieben, musst du der/dem Serverbetreiber*in deiner Jitsi Instanz vertrauen. Eine Liste von Anbietern findest du beispielsweise in einem Pad des CCC. Suche dir am besten einen Anbieter deines digitalen Vertrauens!

und sonst so

Credits

Der Technische Punkt wird durch eine Vielzahl von OpenSource Projekten möglich gemacht. Als Videokonferenz Software nutzen wir Jitsi Meet. Diese Webseite wird mit 11ty generiert. Außerdem nutzen wir Ansible, um das ganze in die Welt zu bringen. Unseren eigenen Code findest du bei GitHub.